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19./20.08.2017: Deutsche Mehrkampfmeisterschaften der U16

19./20.08.2017: Deutsche Mehrkampfmeisterschaften der U16
Am 19./20.08. fand die letzte große Meisterschaft für den BSV im Rahmen der Deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Jugend statt. Dank der hervorragenden Leistungen von Fynn bei den Berliner Mehrkampfmeisterschaften hatte er sich für diese mit 4.814 Punkten als 5ter von insgesamt 16 Athleten im Neunkampf qualifizieren können.
Da diese Meisterschaften in Filderstadt bei Stuttgart stattgefunden haben, haben Fynn, sein Vater Henry, Donald Richter (Z88) und ich die weite Strecke bereits am Freitag mit dem Auto auf uns genommen. Dort angekommen, schwitzte sich Fynn zur optimalen Vorbereitung an, während sich die Trainer um das Organisatorische gekümmert haben. Zum Abschluss des Tages ging es zum Krafttanken zum örtlichen Italiener. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Donald, der sowohl der Fahrer war als auch mit seinem wertvollen Wissen insbesondere im Stabhochsprung und den Wurfdisziplinen und seiner Routine diesen Wettkampf so erfolgreich machte – aber ich greife vor.
Der erste Tag beinhaltete Fynn’s Paradedisziplinen. So startete er als schnellst gemeldeter auf den 100m auf Bahn 4. Trotz leichtem Gegenwind (-0,6m/sec), leicht verschlafenem Start und etwas instabilem Laufstil konnte er sich mit 12,03sec an die Spitze schieben. Leider übertrat er beim anschließenden Weitsprung den ersten Sprung, der locker die 6 Meter geknackt hätte. Mit dem Sicherheitssprung über 5,73m baute er aber seinen Vorsprung nochmals aus. Mit Speerwurf ging es danach zur ersten Wurfdisziplin. Hier konnte Fynn eine neue Bestleistung erzielen: 40,51m. Dadurch hielt er seinen ersten Platz und machte auch den Stadionsprecher auf sich aufmerksam, der allerdings anfangs (verständlicherweise) kläglich an seinem Nachnamen scheiterte - Ganzer Name: Fynn-Henry Khoungkhakoune.
Die letzte Disziplin des bis dahin sehr gut verlaufenen ersten Wettkampftages war der Stabhochsprung. Hier war Fynn allerdings unkonzentriert und mochte sich nicht an Donalds Hinweise erinnern, dass man immer auf dem Po oder Rücken landet. So knickte Fynn bei einer Landung beim Warmmachen um. Eine schmerzhafte Lehre. Den Knöchelschmerzen geschuldet, mussten wir umdisponieren und 2,50m war die neue Anfangshöhe. Fynn schaffte sie bravourös. Danach stellte er sein Kämpferherz unter Beweis und biss die Zähne zusammen, was ihn trotz Schmerzen mit einer neuen persönlichen Bestleistung über 2,80m belohnte. Dass die Konkurrenz allerdings nicht schläft, zeigte die teils deutlich bessere Technik. Dadurch fiel Fynn nach dem Stabhochsprung auf Platz 2 nach 4 Disziplinen zurück.
Viel wichtiger war nun aber, das Fußgelenk möglichst schonend zu behandeln, da am nächsten Tag mit den Hürden und dem Hochsprung zwei äußerst belastende Diszipline auf dem Programm standen. Glücklicherweise war bei der Meisterschaft ein erstklassiger Physiotherapeut vor Ort, der Fynn behandelte. Dieser stellte klar, dass ein weiteres Starten nur unter der Voraussetzung zu empfehlen ist, wenn der Fuß bis zum nächsten Morgen nicht anschwillt und das Warmmachen schmerzfrei möglich ist. So ging es nach Ausgehen, Dehnen, Eisdusche und Abendessen im Hotel bald mit der Hoffnung ins Bett, dass sich Fynn nicht zu schwer verletzt hat.
Der zweite Tag startete mit 80m-Hürden. Glücklicherweise war das Fußgelenk nicht angeschwollen. Auch die Erwärmung war schmerzfrei möglich. Eine Hürdenüberquerung war aber nicht ohne Schmerzen möglich, sodass er ohne weitere spezifische Vorbereitungen in den Startblock ging. Mit 12,56sec (-0,1) gewann er seinen Vorlauf. Beim Kugelstoßen erreichte er eine neue Bestweite von 11,33m – und damit lag er immer noch auf Platz 2 im Zwischenergebnis nach 6 Disziplinen.
Um den anschließenden Hochsprung zu absolvieren, ging es nochmals zum Physio, der Fynn behandelt hatte. Mit dem Tape war zwar die Bewegung eingeschränkt, aber die Belastung so sehr vom Fußgelenk genommen, dass Hochsprung trotzdem möglich war. Am Ende schaffte Fynn 1,59m, was Samstagabend niemand mehr für möglich gehalten hätte. Damit fiel er aber auf Platz 3 nach 7 Disziplinen zurück. Nun ging es darum beim anschließenden Diskuswurf, die Medaille zu halten. War es der Druck oder die verpassten Diskuseinheiten, man weiß es nicht. Aber Fynn konnte hier sein Potential nicht abrufen und schleuderte den Diskus auf 29,19m, wodurch er auf den 5. Platz nach 8 Disziplinen durchgereicht wurde.
Nun begann das große Rechnen. Wie viel schneller als die anderen müsste Fynn in der abschließenden Disziplin dem 1.000m Lauf sein, um sich wieder auf das Treppchen zurück zu kämpfen? Die Antwort lautete mindestens 15 Sekunden – eine echte Hausmarke. Aber die auf den Plätzen 3 und 4 liegenden entsprachen mit ihren Zeiten um die 3:25min mehr dem Werfertyp, eine Chance bestand also. Als der Startschuss fiel, ordnete sich Fynn weit vorne ein. Nach 1.000m blieb die Uhr bei 3:05,93min stehen. Mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung bedeutete das: Platz 3 und Bronzemedaille!
An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch für deine erste Medaille auf deutscher Ebene, Fynn! Du hast gelernt, dass sich Konzentration auszahlt. Und Trainingsfleiß Wackler wie z.B. im Diskuswurf ausmerzen kann, was in nicht ganz so nervenaufreibende 1.000m-Läufe enden würde. Ich freue mich auf die kommende Saison, wo wir dann hoffentlich auch in größerer Gruppe antreten werden.
P.R.

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